Was ist eine Feste Absperrung im Bahnbau?
Eine Feste Absperrung (FA) bezeichnet die physische Absperrung eines Gleisabschnitts, der für den Zugbetrieb gesperrt ist. Anders als eine bewegliche oder signalgestützte Sicherung stellt die FA eine starre, sichtbare Barriere dar – montiert direkt am Gleis, mit klar definiertem Anfangs- und Endpunkt des gesperrten Bereichs.
Eingesetzt wird sie überall dort, wo Beschäftigte auf oder neben dem Gleis arbeiten und eine Einfahrt in den Arbeitsbereich durch Fahrzeuge ausgeschlossen werden muss. Die FA gilt als eine der zuverlässigsten Sicherungsformen im Gleisbau, weil sie unabhängig von Signal- oder Kommunikationssystemen wirkt.
Einsatzbereiche: Wann wird die Feste Absperrung eingesetzt?
Die FA kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein klar abgrenzbarer Gleisabschnitt für die Dauer von Bauarbeiten vollständig gesperrt werden soll. Sie sind ein fester Bestandteil der Gleisbausicherung nach den Betriebsvorschriften der DB (Ril 408/815). Typische Einsatzsituationen sind:
- Oberbauarbeiten – Schienentausch, Schwellenerneuerung, Schotterarbeiten
- Weichenarbeiten und Weichenerneuerungen
- Oberleitungsarbeiten bei gleichzeitiger Gleissperrung
- Nachtbaustellen auf Haupt- und Nebenstrecken
- Streckenabsperrungen bei größeren Baumaßnahmen von mehreren Hundert bis zehntausend Metern
Das Metersystem unserer FA-Produkte erlaubt eine flexible Anpassung an die tatsächliche Sperrstreckenlänge – von 300 m für kleinere Abschnitte bis zu 10.000 m für großräumige Streckensperrungen.
Technische Zulassung und Normen für Feste Absperrung
Feste Absperrungen, die auf DB-Infrastruktur eingesetzt werden, müssen eine bahntechnische Freigabe durch die DB Systemtechnik GmbH durchlaufen. Grundlage ist das Lastenheft FA der DB Netz AG (Version 1.1, 2020) in Verbindung mit der europäischen Produktnorm DIN EN 16704-2-2. Weitere mitgeltende Regelwerke sind die EBO (Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung) § 9 (Regellichtraumprofil), die DGUV Information 201-021 (Arbeiten im Gleisbereich) sowie die ASR A 1.3 (Warnmarkierung).
Technische Mindestanforderungen
| Anforderung | Maßgabe |
|---|---|
| Maximale Höhe (Stütze/Holm) | 0,76 m über Schienenoberkante |
| Abstand zur Gleisachse | 1,95 m bis 2,35 m, in 10-cm-Stufen fixierbar |
| Vorbeifahrgeschwindigkeit | mind. 160 km/h (Bestand) / mind. 280 km/h (Neuzulassung) |
| Statische Belastbarkeit | 1,2 kN vertikal ohne permanente Verformung |
| Durchschlüpfschutz | Auch in gebückter Haltung ausgeschlossen |
| Warnmarkierung | Rot-weiß oder gelb-schwarz, 45°-Streifen gem. ASR A 1.3 |
Die Festen Absperrungen von unserem Partner Rail Safety Constructions sind bahntechnisch freigegeben und erfüllen alle Anforderungen des DB-Lastenhefts FA sowie der DIN EN 16704-2-2. Zusätzlich sind sie von der DB-Systemtechnik zertifiziert und damit für den Einsatz auf dem Streckennetz der DB Netz AG zugelassen.







